Pretty Girls – Karin Slaughter

20170902_195444Als ich fünfzehn war habe ich das erste Buch von Karin Slaughter gelesen und war ihr viele jahrelang regelrecht verfallen. Doch irgendwann fand ich, dass ihre Geschichten immer mehr abstumpften. Je bekannter sie wurde, desto durchsichtiger wurden ihre Stories und ihre Charaktere um Sara Linton und Jeffrey Tolliver. Als ich aber dieses Buch in den Händen hielt, das Cover sah und den Inhalt las, musste ich es einfach kaufen. Keine Sara, kein Jeffrey, aber eine neue Chance.

Kurze Zusammenfassung

Zwei Schwestern, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Ein Vater, den die Vergangenheit nicht loslässt. Und ein Ehemann, der ein dunkles Geheimnis birgt.

Die Schwestern Claire, Lydia und Julia sind immer füreinander da. Bis zu dem Tag an dem Julia spurlos verschwindet. Das Ereignis führt zu einem tiefen Schnitt in der ganzen Familie und die beiden verbliebenen Schwestern entzweien sich immer mehr. Über zwanzig Jahre später ist Claire wohlhabend und verheiratet, während Lydia alleinerziehend ist und sich gerade so über Wasser halten kann.

Ausgerechnet am Tag des Verschwindens ihrer Schwester muss Claire mit ansehen wie ihr Mann bei einem Raubüberfall ermordet wird.  Doch schon bald kommt bei ihr die Frage auf, wer der Mann überhaupt war den sie einst liebte und zu kennen glaubte. Die einzige Person an die sie sich wenden kann ist ihre Schwester Lydia. Gemeinsam machen sie sich auf die Suche nach Antworten und geraten dabei immer mehr selber in das Visier von Perversion und Brutalität.

Meine Meinung

Mich hat „Pretty Girls“ von Beginn an gefesselt. Selbst jetzt, ein paar Monate später, ist die Geschichte in meinem Kopf immer noch sehr präsent. Das erste was mir ins Auge sprang war das Cover. Auch während des Lesens musste ich immer wieder daraufgucken, weil es einen regelrecht in seinen Bann zieht.

Was mir am besten gefiel war, dass es in dem Roman nicht um die „typische“ Polizeiarbeit handelt, sondern eher um Amateurdetektive. Zwei Schwestern die sich aufmachen um das Verschwinden ihrer dritten Schwester aufzuklären. Das war mal eine gelungene Abwechslung. Die Charaktere der Protagonisten waren interessant, authentisch und so real, dass es leicht fiel sich mit ihnen zu identifizieren und sich in ihre Situationen reinzuversetzen. Die Verzweiflung des Vaters zum Beispiel, der durch Tagebucheinträge immer wieder eine Rolle spielt, war für mich geradezu greifbar.

Zartbesaitete sollten allerdings wissen, dass die Thriller von Karin Slaughter immer wieder eine Sache für sich sind. Die Autorin hat ein Händchen dafür das Unmenschlichste und Brutalste von einem Menschen aufzudecken und so gekonnt in Worte zu fassen, dass es einem manchmal schwerfällt weiterzulesen. Sie schildert und schreibt so erbarmungslos, dass man das Gefühl hat am Ort des Geschehens zu sein. Eine Meisterin ihres Handwerks, die ihr Können – in meinen Augen – wiederentdeckt hat.

„Pretty Girls“ knüpft, trotz aller Härte und Brutalität, nahtlos an ihre früheren Erfolge an. Wer Thriller und dergleichen gerne liest und sich fragt wie tief die dunklen Abgründe mancher Menschen reichen wird dieses Buch lieben. Bei mir gehört es definitiv zu den Top 5 die ich dieses Jahr gelesen habe.

Kategorien Hobbyist

2 Kommentare zu „Pretty Girls – Karin Slaughter

  1. Auch ich lese das Buch gerade, danke für die tolle Beschreibung!

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    1. Danke für das Kompliment. War immerhin meine erste Rezension. Viel Spaß weiterhin beim Lesen 😊

      Gefällt mir

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