Plot, Prämisse, Hindernisse

Es ist neun Uhr abends. Von draußen pfeift der Wind durch die offenen Fenster und ich sitze vor meinem Buch. Ich will schreiben, endlich anfangen. Doch ohne einen vernünftigen Plot geht das leider nicht. Auf jeden Fall sagen das viele gute Autoren, aber was ist das eigentlich ein Plot? Kann man das essen?

Ich habe viele Bücher gelesen und bin immer und immer wieder über dieses Wort gestoßen ohne so recht zu wissen, was man da jetzt eigentlich von mir will. Doch dann gerade als ich ohne Plot anfangen wollte zu schreiben und ins Stocken geriet, fiel es mir wie Schuppen von den Augen. Im Endeffekt ist ein Plot nichts anderes als eine kurze Zusammenfassung einer Geschichte.

20170914_1735521.jpgWenn es so einfach wäre…

…dann hieße es ja aber Zusammenfassung und nicht Plot. Deshalb gibt es ein paar, einfache Regeln die man beim Schreiben eines Plots beachten sollte.

  1. Ein Plot ist immer chronologisch aufgebaut. Anders als in einem Roman gibt es hier keine Rückblenden oder ähnliches. Man fängt da an wo auch die Geschichte des Romans beginnt, ganz gleich ob das im Buch letztendlich auch die Ausgangssituation ist oder nicht.
  2. Ein Plot schildert nur und erzählt nicht.Während er sich umsah, bemerkte er eine Truppe Männer hinter sich die ihn ziemlich genau inspizierte.“ Das wäre zu viel des Guten. „Kurz darauf wurde er von einer Gruppe Männer verfolgt.“, reicht dafür völlig aus. Wie er dahin kam, warum er verfolgt wird und wie er sich daraus rettet, kann später alles in der Geschichte erklärt werden.
  3. Der Plot dreht sich immer um die Hauptperson. Jede Nebenhandlung ist im Plot völlig irrelevant. So etwas wie Szenenwechsel oder Schilderungen aus einer anderen Perspektive gibt es nicht. Wir können wichtige Personen mit einbringen, aber alles muss im Zusammenhang mit unserem Protagonisten oder unsere Protagonistin stehen. Z.B.: Als Jorg es schafft den Männern zu entkommen, flieht er kurzerhand zu Gregor um ihn um Hilfe zu bitten.
  4. Der Plot bezieht sich immer auf die Prämisse.

Und schon wieder ein Fremdwort. Prämisse. Häh? Was bitte soll das schon wieder sein?

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Ganz einfach!

Eine Prämisse ist die Kernaussage einer Geschichte. Manch ein Autor stellt seine Prämisse wohl erst auf, wenn er sein Buch fertig geschrieben. Andere wiederum haben gar keine oder es ist ihnen nicht bewusst. Denn Fakt ist: In jeder Geschichte gibt es eine Aussage um die sich alles dreht.Mir persönlich fällt es einfacher einen Plot zu erstellen, wenn die Prämisse schon steht. Dabei mag ich es, wenn sie kurz und prägnant ist, wie etwa „Liebe kennt keine Grenzen.“ oder „Um das Böse zu besiegen, muss er sich seiner Angst stellen.“ Viele finden solche Aussagen allerdings zu schwammig und nicht aussagekräftig genug. Wenn man präzisere Prämissen bevorzugt, dann sollte man wissen, dass sich auch hier alles um den Protagonisten dreht. Dann könnte eine Prämisse für einen Thriller zum Beispiel lauten „Um ihrem gewalttätigen Ehemann zu entkommen, täuscht sie ihren Tod vor und legt sich in einer fremden Stadt eine neue Identität zu.“ wie in dem Film „Der Feind in meinem Bett“.

Ich finde es sehr anstrengend solche komplexen Prämissen zu erstellen und sie hemmen mich in meiner Kreativität. Irgendwie skurril, aber so ist es nun einmal. Vielleicht ändert sich das noch in den nächsten Jahren meines Autorendaseins, aber vorerst fühle ich mich mit den kurzen besser beraten. Wie es für einen besser ist muss aber jeder selber für sich herausfinden und eines ist sicher, Übung macht auch hier – wie überall – den Meister. Und jetzt viel Spaß beim Plotten!

 

 

Kategorien Hobbyist

4 Kommentare zu „Plot, Prämisse, Hindernisse

  1. Plotten ist echt ne schwierige Angelegenheit… Ich kann absolut nicht alle Kapitel zum Beispiel im Vorfeld planen… Bei mir schaut es so aus, dass ich meine Geschichte kenne, meine Figuren in Charakterbögen charakterisiert habe und mir ne storyline also quasi einen groben zeitstrahl erstellt habe, erste Hälfte ausgearbeiter als die zweite. Mehr würde mich dann aber auch einschränken, so geht es mir auch mit der Prämisse.
    Man muss eben aufpassen…. Man darf sich nicht in seiner Kreativität nicht einschränken, man sollte aber vielleicht auch nicht unbedingt zu frei an alles gehen, da. Man dann schnell ziellos werden kann und wenn es etwas ist, das einen Roman kaputt macht, dann wenn man das Gefühl hat, es führt nirgends zielstrebig hin.
    Doch wie es so schön heißt, viele Wege führen nach Rom… Jeder schreibt und plotten anders^^

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    1. Ja, puh. Ich habe vermutlich zu viel gelesen wo es immer hieß, das alles komplett sein sollte, aber im Endeffekt steht alles grob und damit fühle ich mich gut. Das gibt den Figuren und der Geschichte Entwicklungsfreiraum. 😊
      Danke für dein Kommentar, das war für mich sehr hilfreich. 😂

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      1. lunaewunia 2018-04-10 — 8:33

        Na das freut mich doch 😉 Man sollte sich nicht so großen Druck machen denke ich und es nicht all zu sehr vergleichen… Man neigt dazu sich selbst schlecht zu machen ^^
        Viel Erfolg dir!

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