Wintermädchen – Laurie Halse Anderson

Kurze Zusammenfassung

Seit Kindertagen sind Lia und Cassie beste Freundinnen. An einem Silvesterabend geben sich beide Mädchen einen Schwur, sie wollen die dünnsten Mädchen der Schule sein. Ein paar Jahre ziehen ins Land und die beiden Mädchen entfremden sich. Während Lia Krankenhausaufenthalte und Therapien absolviert, befindet sich Cassie offensichtlich auf dem Weg der Besserung. Doch dann wird Cassie Tod in einem Motelzimmer gefunden und Lia plagen Schuldgefühle. Denn ihre ehemals beste Freundin hat sie in ihrer Todesnacht mehrmals versucht anzurufen. Für Lia beginnt ein Kampf, denn Cassie „besucht“ sie und will sie mit sich nehmen. Ihre einziger Lichtblick ist ihre kleine Stiefschwester Emma für die es sich zu leben lohnt. Doch reicht das aus, wenn man dem Tod näher ist als dem Leben?

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Mein Fazit

Laurie Halse Anderson nimmt uns mit auf eine emotionale Reise. Die Autorin gibt tiefe und berührende Einblicke in die Psyche von Mädchen die unter Bulimie und Magersucht leiden. Sie zeigt wie schwer es ist aus diesem Teufelskreis zu entkommen und wie leicht es fällt immer wieder in ihn abzurutschen. Mit Feingefühl hat sie sich einem Thema gewidmet, das immer wieder allgegenwärtig ist.

Ich finde dieses Buch erschreckend schön, denn es ist authentisch und die Gedanken und Entscheidungen der Protagonistin sind immer nachvollziehbar. Laurie Halse Anderson zeigt uns wie viel wir im Leben wirklich von unseren Kindern erwarten und in welche Abgründe sie dieser Leistungsdruck führen kann. Erschreckend einfach, leider, da die Psyche junger Mädchen und Jungen in der Zeit sowieso sehr zerbrechlich ist.

Ich persönlich habe immer Bedenken bei solchen Geschichten. Einerseits finde ich es wichtig, dass es sie gibt, andererseits habe ich Angst, dass Mädchen die ohnehin schon unter Magersucht leiden sich solche Protagonistinnen als Vorbild nehmen um ihren Magerwahn noch exzessiver zu leben. Abgesehen davon gibt es auch genug Jungen da draußen, die unter derselben Krankheit leiden und die auch Hilfe brauchen. Das wird in meinen Augen zu selten thematisiert.

Alles in allem fand ich es aber sehr gut und würde es auch jedem weiterempfehlen, der sich für solche Bücher interessiert (wenn er nicht gerade selbst darunter leidet). Es ist gelungene Geschichte im Aufbau, der Entwicklung und des Showdowns.

 

 

Kategorien Hobbyist

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