Himmel oder Hölle? – Ein Tag ohne Kinder

Halb zehn, der Kaffee läuft und ansonsten herrscht Stille. Absolute Stille.

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Es ist so ungewohnt, wenn keine Kinder im Haus sind und ich weiß auf einmal nichts mit mir anzufangen. Da freut man sich die ganze Zeit darauf, endlich einmal Zeit für sich zu haben und dann fehlen einem die Zwerge, denn absolute Ruhe kann ich so gar nicht ertragen. Ich gieße mir Kaffee in eine Tasse und fläze mich aufs Sofa.  Draußen vor dem Fenster ziehen graue Wolken vorüber, drinnen läuft der Fernseher und ich frage mich wie ich vor ein paar Jahren so meine Tage genießen konnte, während mich jetzt das Gefühl beschleicht total nutzlos zu sein? Schon komisch wie die Zeit so spielt.

Am Nachmittag, als ich es gar nicht mehr aushalte und mir die Decke auf dem Kopf zu fallen droht, beschließen mein Mann und ich auszugehen. Ein wenig in die Stadt. Berlin ist ja groß und hat einiges zu bieten. Nur hab ich immer keine Ahnung was mich interessiert. Menschenmassen mag ich nicht, Kino ist mir zu öde, denn da könnte ich auch weiter vor dem Fernseher sitzen und die Sehenswürdigkeiten kenne ich alle schon. Ich bevorzuge die Natur, weg von der Stadt. Aber ohne Auto ist das auch immer so umständlich. Wir finden einen Kompromiss und fahren zum Tiergarten. Wir spazieren zum englischen Garten, an der Spree entlang, finden Zeit zum Reden, zum genießen und schweigen. Und plötzlich fällt eine Last von mir und ich fange einfach an die Zeit die ich mit meinem Mann habe zu schätzen. Jetzt sind wir nämlich eben das was wir sind. Mann und Frau und keine Eltern. Den Abend lassen wir gemütlich bei unserem Lieblingsitaliener am Alex ausklingen.

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Der nächste Morgen, Montag, Brückentag. Der Mann und ich müssen dennoch arbeiten. Das ist auch der Grund, weshalb die Kinder bei Oma und Opa untergekommen sind. Und da ist es, dieses Gefühl was man vermisst, wenn man Kinder hat. Ausschlafen, ich kann wirklich ausschlafen. Kein Kind, was früh am Bett sitzt und mir sagt das es Hunger hat oder fernsehen will. Einfach nur Ruhe, ich und das Bett. Ich gehe duschen und lasse mir richtig viel Zeit, weil auch niemand vor der Tür steht, weint oder mal Pipi muss. Herrlich! Das sind die Momente in denen ich mir öfter mal wünschen würde wieder kinderlos zu sein. Aber schon kurz danach, der Kaffee läuft, macht mein Herz einen Sprung bei dem Gedanken, abends meine Kinder wieder im Arm halten zu können. Denn nichts ist schöner als die Liebe die man von seinen Kindern geschenkt bekommt. Tag für Tag! ❤

 

 

 

 

Kategorien Hobbyist

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