Fliegen Ideen durch die Lüfte?

Es scheint fast unwirklich. Die Welt verstummt für einen Moment und die Gedanken im Kopf überschlagen sich förmlich. Alles was man sich die letzten Monate überlegt und ausgedacht hat ergibt auf einmal einen Sinn. Tausende Puzzleteile finden plötzlich, wie von selbst, ihren Weg und ergeben ein komplettes Bild.

Niemand hat gesagt, dass es leicht wird.

Wochenlang saß ich nun hier, starrte aus dem Fenster und schrieb meine Ideen nieder. Immer wieder neu, immer wieder anders und doch irgendwie gleich. Etwas vollends Gutes war allerdings nie so richtig dabei. Aber alle Ideen drehten sich immer um ein junges Mädchen mal reich, mal arm. Einmal spielte es im 19. Jahrhundert, dann wieder in der Neuzeit. Mal in England, dann wieder in Deutschland. Aber nie konnte ich eine Idee richtig greifen und hundertprozentig für mich gewinnen. Ich war verzweifelt, aber aufgeben kam für mich nicht in Frage. Niemals! Mein Buch nach meinen Kindern (fast) das Wichtigste für mich. Es ist mein Traum und das Einzige an dem ich wirklich festhalte ohne mich beirren zu lassen. Daher überlegte ich fieberhaft: „Gab es ein Thema, welches mich wirklich interessiert und was ich interessant genug finde? Mit einem Protagonisten den ich interessant genug finde um ihn so auszubauen, das er mich nicht gleich nach der ersten Seite langweilt?“

Wir wohnen in einer Großstadt wir sind auf der einen Seite umgeben von Luxus und Wohlstand, auf der anderen Seite sehen wir tagtäglich Obdachlose, Alkoholiker und allerlei anderer hilfsbedürftiger Menschen. Oft frage ich mich, wie ein Mensch so weit unten ankommen kann? Und eben als ich dies dachte, strömten die Wörter nur so auf mich nieder. Sozialer Brennpunkt, Liebe, Sucht, allein, Trennung, Geheimnisse. Und in relativ kurzer Zeit hatte ich einen Namen, ein Gesicht und eine Story, die zu ihr gehört und die ich selber interessant und lesenswert finde. Interessant genug um darüber selbst ein Buch schreiben zu können. Ich dachte wunderbar, jetzt kann es also losgehen. Aber weit gefehlt, denn es gab immer noch ein Problem, was mich nicht weiterkommen ließ.

Der springende Punkt

Ein Protagonist braucht immer etwas das ihm den Weg versperrt und sein Weiterkommen, auf unterschiedliche Art und Weise, behindert. Doch was das bei mir sein könnte, das wusste ich ehrlich nicht. Also ging ich zu meinem Mann und erzählte ihm mein Dilemma. Nachdem er kurz überlegt hatte, erzählte er mir von einem Artikel, den er neulich erst gelesen hatte. Es ging um ein Haus, welches allein in einer Straße lag. Diese Straße wurde extra für das Haus angefertigt. Er meinte, man könnte dieses Haus als Vorbild nehmen. So ein Haus, alt und rustikal, erzählt jedem der vorbeikommt andere Geschichten. Sie können lustig sein, schaurig oder voller Humor. Es kann dein bester Freund werden oder dein schlimmster Alptraum.

Klingt ein wenig nach Fantasy, ist es aber nicht. Es zeigt nur wie vielfältig ein einfaches Objekt sein kann und wie viel es uns bieten hat. Es muss auch nicht unbedingt ein Haus, manchmal ist es eine Decke, ein Kleid, ein Schlüssel, der uns zu neuen Ideen inspiriert. Ein Wort, ein Dialog oder ein ganzes Gespräch, das uns zum Nachdenken anhält. Wir müssen nur öfters die Augen aufschlagen und die Ohren spitzen. Einander mehr zuhören oder besser und genauer beobachten. Dann fliegen uns die Ideen wie von selbst zu. Was wir dann daraus machen ist uns überlassen.

Ich habe jetzt ein Haus. Was für ein Haus, das stellt sich noch heraus. Doch es ist erstmal mein Haus und hat meine Geschichte gerettet.

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Kategorien Hobbyist

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