Müssen unsere Kinder immer lieb sein?

Die Antwort ist natürlich NEIN! und wir Mamas wissen das auch alle, aber manchmal hab ich das Gefühl, dass die Gesellschaft sich dagegen stellt. Unsere Kinder werden heutzutage als verwöhnt dargestellt, als quengelnd und permanent nörgelnd. Sie lernen angeblich keine Konsequenzen mehr kennen und wir lassen ihnen alles durchgehen. Das ist, in meinen Augen, allerdings völlig falsch und fernab jeder Realität.

Die Zeiten haben sich geändert

Das stimmt, Kinder werden heute nicht mehr verprügelt, sondern man versucht auf sachlicher Ebene mit ihnen zu reden, auf sie einzugehen und ihnen alles verständlich zu machen. Das heißt aber noch lange nicht, dass sie verhätschelt werden, denn auch heute haben alle Eltern gewisse Werte und Normen, die sie ihren Kindern bewusst oder unbewusst beibringen und eintrichtern wollen.

Letztens war ich mit meinen Kindern einkaufen. Ich wollte nach der Kita nur noch einmal schnell in den Supermarkt zwei, drei Sachen für den Abend kaufen. Schnelle Sache, dachte ich: „Rein, raus, fertig, aus!“ Da hatte ich die Rechnung aber ohne die Kinder gemacht. Der eine rannte ständig rum, die andere wollte alles mitnehmen. Ich ermahnte ihn, ruhig und sachlich, bitte nicht umher zu rennen, ihr nahm ich nacheinander immer wieder alles aus der Hand und erklärte dass wir es gerade nicht bräuchten oder schon zuhause hätten. Als ich ihr dann (gefühlt) die zwanzigste Tüte wegnahm fing sie an zu brüllen – wir waren immer noch im Eingangsbereich. Ich sagte, dass das nicht ginge, sie könnte aber das Brot halten. Das wurde dann liebevoll auf den Boden gepfeffert. Ich ermahnte sie und sie schmiss sich – in der Nähe der Kassen, neben einer langen Menschenschlange – auf den Boden und blieb stur liegen. Ich sagte nichts, denn alles reden hätte eh nichts gebracht. Ich möchte das meine Kinder lernen was wichtig ist und das man nicht immer alles haben kann. Manchmal muss man Geduld haben und abwarten, pausenlos zu Drängeln bringt einen eben nicht weiter.

Doch noch jetzt sehe ich die verdrehten Augen vor mir und höre die Zungenschnalzer. Denn ist es nicht so, dass die Gesellschaft unsere Kinder immer mehr eine Ecke drängen möchte? Absolutes Schubladen-Denken? Kinder sollen süß sein, lieb und zuvorkommend, aber wehe dem sie tanzen aus der Reihe und sind aufbrausend, stur und einfach mal bockig. Dann heißt es, unsere Kinder wären verzogen oder wir Mütter hätten es nicht im Griff und wären mit der Situation überfordert. Aber waren wir früher nicht genauso?

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„Gott Kind, sei doch einfach mal ruhig.“

Ich habe auch oft genug gezickt und gebockt. Und ich weiß ebenfalls das meiner Mama früher manchmal auch solche Sätze durch den Kopf geschossen sind. Aber wurden unsere Mütter dann genauso verurteilt, wenn wir „nicht funktionierten“ oder haben sie Beistand erhalten und Blicke die sagten „Das kennen wir alle.“ Klar bekommt man die heute – hier und da – auch noch. Mütter untereinander verstehen sich, auch wenn man sich in einer Sache nicht immer ganz einig ist, so hat man doch oft genug die selben Kämpfe mit seinen Kindern auszutragen. Wir versuchen alles um sie zu guten, anständigen Menschen zu erziehen. Höflich, nett, zuvorkommend, vertrauenswürdig und vieles mehr. Dafür geben wir unser bestes – jeden Tag! Aber es wäre so viel leichter, wenn man das Gefühl bekommen könnte, dass unsere Kinder in der heutigen Welt, bei vielen anderen Mitmenschen, noch Kinder sein dürften und nicht erwartet würde, dass sie sich wie junge Erwachsene benehmen. Es wäre so viele leichter sich nicht ständig anhören zu müssen sie seien zu laut, zu ruppig, zu aggressiv, zu überdreht… Es würde so viel mehr Spaß machen.

Ich wünsche mir mehr Mut

Ich bewundere alle Mütter, die stark und selbstbewusst sind und da drüber stehen. Die oftmals noch einen kessen Spruch auf den Lippen haben oder es einfach ignorieren. Für viele gelte ich auch als entspannt und locker und selbstbewusst, aber innerlich trifft mich jedes Mal der Schlag, wenn es heißt, dass ich meine Kinder nicht unter Kontrolle habe. Wieso? Nur weil sie versuchen ihren Willen durchzusetzen und ich ihnen im selben Augenblick ihre Grenzen aufzeige? Bitte liebe Gesellschaft macht es uns Müttern und unseren Kindern doch etwas einfacher und seht einfach mal wieder darüber hinweg.

Danke!

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Kategorien Hobbyist

3 Kommentare zu „Müssen unsere Kinder immer lieb sein?

  1. Genau die richtige Frage, die du aufwirfst, und es kann nur eine Antwort geben: Nein. Denn wer sonst, wenn nicht wir, bringt die Querdenker in die Gesellschaft? Liebe Grüße

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    1. Das hast du gut gesagt. Danke für deine Antwort 😊

      Gefällt mir

  2. Du schreibst super und sprichst wahrscheinlich sehr vielen Müttern aus der Seele. Danke für deine tollen Artikel.
    Lieve Grüße,
    Olivia

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