Bücher, die es noch nicht in mein Regal geschafft haben

Mit verschränkten Armen stehe ich vor dem weißen Regal aus Pressspan. Hunderte Buchrücken springen mir förmlich entgegen und drängen sich mir unverblümt auf. Fast so alles wollen sie jeden Moment vom zehn Meter Turm auf mich drauf springen. Ich lege den Kopf leicht schräg und lese mir die Buchtitel durch. Meine Arme sind immer noch verschränkt, aber mein Zeigefinger liegt jetzt fast unbewusst an meinen Lippen. Eine typische Geste, wenn ich nachdenke. Ein Buchrücken erregt meine Aufmerksamkeit besonders, ich ziehe es aus dem Regal und lese mir den Klappentext aufmerksam durch, wobei ich monoton auf meiner Unterlippe kaue. Alles klingt schon sehr interessant, aber vielleicht gibt es ja noch ein besseres, denke ich bei mir und stelle das Buch wieder an seinen ursprünglichen Platz. Dann atme ich kurz durch und greife mir das Nächste.

Und so geht es weiter und weiter. Am liebsten hätte man sie alle, aber das geht ja leider nicht. Geld wie Heu haben wir alle nicht und zuhause stehen ja auch noch ein paar Bücher, die gelesen werden wollen. Kennt ihr das auch? Also kommen die restlichen Bücher, die man heute nicht kauft, auf so eine ominöse Liste. Meine ist im Kopf! Das hat den Vorteil, das ich die Bücher, die mich dann doch nicht so interessiert haben, einfach vergesse und nur die da bleiben, die mich wirklich interessieren. Und sechs von ihnen habe ich hier einmal kurz, mit einer kleinen Beschreibung, zusammengefasst. Sortiert von neu –> alt.

Eric Stehfest „9 Tage wach“ (erschienen 03/2017) Eine Autobiografie über jemanden der, der Droge Chrystal Meth entkommen ist. Ich hätte mir das Buch vermutlich niemals genauer angesehen, wenn ich gewusst hätte, dass der Autor bei GZSZ mitspielt. Aber wie leicht ist es an Drogen heranzukommen? Und wie schnell wird man wirklich abhängig? Um das beantwortet zu bekommen lese ich gerne Autobiografien die sich diesem Thema widmen und habe großen Respekt vor Menschen, die stark genug waren dieser Hölle zu entkommen.

Kazuo Ishiguro „Was von Tage übrig blieb“ (erschienen 12/2016)  Dieser Roman wurde 2017 mit dem Literaturnobelpreis ausgezeichnet. Das habe ich erst erfahren nachdem ich vom Klappentext schon gefesselt war. Derzeit stehe ich sehr auf Geschichten die im späten 19. Jahrhundert oder im frühen 20. Jahrhundert spielen. Wie sie damals lebten, wie Bedienstete den Hausherrren untergeben waren, alld as fasziniert mich sehr. Aber lest selbst: „Stevens dient als Butler in Darlington Hall. Er sorgt für einen tadellosen Haushalt und ist die Verschwiegenheit in Person: Niemals würde er auch nur ein Wort über die merkwürdigen Vorgänge im Herrenhaus verlieren. […] Viele Jahre lang lebt ergeben in seiner Welt, bis ihn eines Tages die Vergangenheit einholt. Das kritische Portrait einer von Klasse und Hierarchien geprägten Gesellschaft und eine bittersüße Liebesgeschichte, erzählt von einem, der seinen Stand nie hinterfragt und der nie auch nur geahnt hat, dass er liebte.“

Graeme Simsion „Das Rosie-Projekt“ (erschienen 12/2013) In diesem Roman lernt ein liebevoller „Sonderling“, a lá Sheldon Cooper, die Faszination der Liebe kennen. „Don Tillman will heiraten. Allerdings findet er menschliche Beziehungen oft höchst verwirrend und irrational. Was tun? Don entwickelt das Ehefrau-Projekt: Mit einem 16-seitigen Fragebogen will er auf wissenschaftlich exakte Weise die ideale Frau finden. Also keine, die raucht, trinkt, unpünktlich oder Veganerin ist.
Und dann kommt Rosie. Unpünktlich, Barkeeperin, Raucherin. Offensichtlich ungeeignet. […] Ohne recht zu verstehen, wie ihm geschieht, lernt Don staunend die Welt jenseits beweisbarer Fakten kennen und stellt fest: Gefühle haben ihre eigene Logik.

follett

Ken Follett „Jahrhundert Trilogie“ (erschienen ab 09/2010) Wer schon mal ein Buch von Ken Follett gelesen hat kennt seinen unverwechselbaren Schreibstil, seine Fähigkeit die Leser ab der ersten Zeile in seinen Bann zu ziehen und nicht mehr loszulassen. Man behütet seine Bücher wie einen seltenen Schatz, obwohl es sie zu tausenden auf dem ganzen Planten gibt. Leider hatte ich in den letzten Jahren kaum Zeit für seine neueste Trilogie: „Sturz der Titanen“, „Winter der Welt“ und „Kinder der Freiheit“. Aber ganz bald, sicherlich!

Arthur Conan Doyle „Sherlock Holmes“ (1887) Endlich ein Klassiker. Ich habe Sherlock Holmes schon auf meinem E-Book, aber die Sammlung im Regal zu haben wäre auch schön. Sherlock Holmes der erste Gerichtsmediziner und in gewisser Weise Vorreiter für alle Kriminalromane und Polizeiermittler mit persönlichen Charme und (mehr oder weniger) Ehrgeiz wie wir sie heute kennen. Mein Favorit auf der Liste! 🙂

Bronte „Sturmhöhe“ (1847) und Thomas Mann „Die Buddenbrooks“ (1901) Zwei Werke die ich als Liebhaber für klassische Literatur gerne noch in meiner Sammlung hätte. Das erste um zu wissen ob es wirklich so großartig ist (wie z.B. auch Stolz und Vorurteil) und das zweite um zu wissen ob es denn wirklich so schwer zu lesen ist. Denn ich kann mich noch sehr genau daran erinnern wie in meiner Schule eifrig darüber debattiert wurde wie kompliziert und verworren das Werk von Thomas Mann ist.

So, das waren meine ersten! sechs Bücher, die es noch nicht in mein Regal geschafft haben. Und es gibt noch mehr. Welche Bücher – ob neu oder alt – hättet ihr denn gerne noch in eurem Regal zu stehen?

 

 

 

 

 

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