Kann heute nichts mehr nur für uns bleiben?

Gerade ist es in aller Munde und viele Mütter brüsken sich damit zu stillen und wollen anderen nahe bringen wie natürlich das ist und das es kein Tabu-Thema sein sollte. Da haben sie vollkommen recht, aber muss ich deshalb ständig meine nackte Brust in die Kamera halten?

Ich finde es richtig, dass die Gesellschaft sich weiterhin daran gewöhnen sollte, dass Mütter zum Stillen nicht mehr in den Keller gehen, sondern gemeinsam mit ihren Kindern am Tisch sitzen und „essen“. Doch das geht anscheinend nur auf zwei Arten. Entweder man gehört zur

  • Gruppe A: Die Mütter, die sich ein Tuch über die Schulter legen, sich ein wenig zur Seite drehen und ihr Kind ganz in Ruhe stillen. Mein Favorit!

Oder man gehört zur

  • Gruppe B: Die Mütter, die uns anderen lauthals mitteilen müssen, dass sie jetzt ihr Kind stillen. Oftmals sind die Kinder hier schon jenseits des („eigentlichen“) Säuglingsalters und dann heißt es – Brüste raus, guckt alle her und stillen was das Zeug hält. So das man fast denkt, das Kind erstickt jeden Moment am Brustfett.

Sorry, aber letztere sind mir persönlich etwas too much, denn auch wenn Stillen „populärer“ werden soll, sollte es sich dennoch in einen angemessenen Rahmen abspielen. Ohne damit andere oder eventuell auch seine Kinder in Verlegenheit zu bringen.

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Es geht doch niemanden was an!

Mir wäre es früher, und auch jetzt noch, nie in den Sinn gekommen Bilder von mir ins Internet zu stellen, während ich mein Kind stille. Es ist ein natürlicher Akt der Liebe und Vertrautheit, der die enge Bindung zwischen Mama und Kind unterstreicht. Und keine Plattform für Follower oder Likes. aber manchmal erreicht der Fremdschämfaktor schon ein ganz neues Level. Und um ehrlich zu sein tun mir manchmal die Kinder auch leid, die in etwas mit hineingezogen werden über dass sie nicht mitbestimmen können. Ich weiß nicht, ob die Jungs und Mädchen es in ein paar Jahren so toll finden, wenn es Bilder von ihnen gibt auf denen sie halb schlafend an der Brust ihrer Mutter nuckeln. Und ich rede hier gerade nicht von Neugeborenen, bei denen das ganz normal ist, sondern von Kindern, und das ist legitim!, die das Nuckeln an Mamas Brust so schön entspannend finden, dass sie auch mit 2 oder 3 oder 4 Jahren nur so in den Schlaf finden. Aber das muss man doch nicht der ganzen Öffentlichkeit präsentieren. Kann es heute nicht noch ein paar Sachen geben, die „geheim“ bleiben? Zuhause, intim, die nur für uns und unsere Liebsten bestimmt sind?

Ausnahmen bestätigen die Regel

Natürlich sind nicht alle Stillbilder schlecht. Wenn ich zum Beispiel an die sintflutartigen Bilderposts mit dem Stillbaum denke, dann sind Stillbilder vollkommen in Ordnung. Dann hat das aber, in meinen Augen, auch eher was mit Kunst zu tun als mit der peinlichen Preisgabe von intimen Details.

Im Endeffekt ist jeder selbst verantwortlich für Sachen die er im Internet postet. Aber vielleicht fängt man wieder an mehr darüber nachzudenken was für die Öffentlichkeit  bestimmt ist und was vielleicht doch mal zuhause in den eigenen vier Wänden bleibt.

 

Kategorien Hobbyist

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