Mutter-Sein oder Nicht-Sein

Wenn man Mutter wird, dann ist man sich meistens vorher schon im Klaren, dass sich einiges ändern wird. Man wird nicht mehr so viel Zeit haben. Von anderen Paaren mit Kindern hört man, dass sich einige Freunde verabschieden werden und neue dazugewonnen werden. Man weiß, dass die Nächte zu kurz zum Schlafen und die Tage zu kurz für Erledigungen werden. Das wird einem allen in der Schwangerschaft schon erzählt und man hält sich oft für total gut vorbereitet, denn man hat sich ja super informiert. Was einem aber keiner sagen kann ist, wie sehr man sich als Mutter selbst verändert. Denn man nimmt sich ja auch in der Schwangerschaft so einiges vor. Man wird auf keinen Fall eine Helikopter-Mutti, die sind ja ganz schlimm. Man wird auf jeden Fall versuchen mit dem Kind einen Kompromiss zu finden, das kann ja nicht so schwer sein. Oder aber auch der Vorsatz, total ruhig zu bleiben, wenn das Kind schreit, denn es kann ja nichts dafür.

Oft sieht die Realität dann anders aus. Man merkt, dass die Nächte gar nicht kurz sind, sondern es manchmal gar keine Nächte gibt. Auch die Tage werden nicht kürzer, denn sie ziehen im Nu vorüber und nach Montag folgt scheinbar schon Freitag. Freunde, von denen man sicher war, dass sie bleiben auch wenn Kinder da sind, verschwinden auf einmal auf nimmer wiedersehen und andere, die man schon für Vergessen erklärt hat, erweisen sich manchmal als die besten Babysitter.

Schon komisch wie das Leben spielt

Doch wie sehr verändert einen das „Mutter-Sein“ persönlich. Ist wirklich alles anders oder ist es anders, weil wir uns so verändern? (Boah, war das ne verquere Frage. XD)

Ich kann nur für mich sprechen.Vor vier Jahren war ich unsicher, blauäugig, naiv und nie so recht zu Frieden mit mir, vor allem mit meinem Körper. Doch nach der Geburt meines Sohnes habe ich gelernt meinen Körper zu lieben. Mein ganzes Selbstbild hat sich zum positiven verändert und dafür bin ich dankbar. Ich bin nach und nach geduldiger geworden und habe gelernt mein impulsives Temperament etwas zu zügeln. Ich bin selbstbewusster geworden und habe mitbekommen was im Leben wirklich für mich zählt und mir wichtig ist. Was sowie wer mich im Leben weiterbringt und auf wen ich getrost verzichten kann.

Seit dem ich Mama bin scheint die Welt für mich größer, bunter, erlebnisreicher und gefährlicher geworden zu sein. Ich weiß, dass wir unsere Kinder nicht vor allem bewahren können, aber auch wenn ich alleine unterwegs bin, nehme ich seitdem lieber den mit Laternen beleuchteten Weg als den dunklen Waldweg. Ich sehe mir die Menschen genauer an und obwohl ich schon immer eine sehr empathische Person war, habe ich ein viel feineres Gespür dafür entwickelt, wer es Ernst mit einem meint und wer nur auf seinen Vorteil aus ist. Ob das jetzt durch das „Mama-sein“ kommt oder durch die hinzugekommenen Lebensjahre, das wird auf immer ein Rätsel bleiben.

Einige Sachen ändern sich nie

Manches ist so in einem Menschen verwurzelt, dass man es wohl nie herausbekommt und bei mir ist es das Heulen. Ich kann das stundenlang machen, aus Freude, Trauer, Wut, Unzufriedenheit, vor Glück oder einfach nur, weil ich mich gerade so fühle… ziemlich schräg, aber das war schon immer so und vermutlich (hoffentlich nicht) wird das auch so bleiben.

Auch Neid gehört zu meinem (Leid-)Wesen dazu. Damit meine ich nicht den Neid anderen etwas nicht zu gönnen. Ich freue mich für jeden der Wegfliegen kann, heiratet, der im Lotto gewinnt oder einfach nur mal gut geschlafen hat. Ich freue mich wirklich für alle. Es ist nur manchmal dieses Fernweh was mich ergreift, denn der Mann und ich waren noch nie alleine im Urlaub. Es sind die Gedanken, dass es manche Sorgen und Ängste einfach nicht gäbe beziehungsweise das manches ohne Kinder einfach leichter wäre. Aber ehrlich ich arbeite daran, denn ich (d.h. WIR) habe mich für diesen Weg entschieden und irgendwann werde auch ich wieder wegfliegen können. Alleine. Mit meinem Mann. Zum ersten Mal! ❤

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Kategorien Hobbyist

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