Figurenvielfalt

Ungelogen, ich habe ewig gebraucht um hinter die Fassade meiner Figuren zu steigen. Oder sollte ich besser sagen hinter die Fassade meiner FIGUR? Schließlich heißt es überall das sich eine Geschichte nur entwickeln kann, wenn es sich um die Hauptperson dreht. Sie leitet alles an, treibt die Geschichte voran und leitet uns durch das Geschehen. Toll, also muss ich wissen was sie morgens trinkt, wie sie ihre Haare pflegt und ob sie eine schöne Handschrift hat. Kann sie überhaupt schreiben? Solche oder ähnliche Fragen werden ja tatsächlich in jedem Buch übers Romane schreiben behandelt. Schön und gut, trotzdem kam meine Geschichte nicht vorwärts. Egal, wie sehr ich mich ins Zeug legte irgendwann kam alles ins Stocken. Da war kein Elan, kein Esprit. Nichts was mich irgendwie ansprach.

Gott sei Dank ist meinem Mann vor einiger Zeit das Buch „Briefe an junge Autoren“ von Column McCann in die Hände gefallen und er hat es mir mit nach Hause gebracht. Ein Buch, welches sich auch damit beschäftigt angehenden Autoren das Schreiben näher zu bringen, aber auf wesentlich poetischere, empathischere Art und Weise. McCann wirft alle Regeln über Bord, die man bis dato kannte und appelliert an das Innere Bedürfnis eines jeden Autors – an den Willen, besser gesagt den Zwang zu SCHREIBEN ! Denn ohne geht es nicht. 😉

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Und als ich da so auf dem Sofa lag und dieses kleine Büchlein las, da brach es über mich herein. Ich hatte mit einem Mal das unbändige Bedürfnis mich an den Laptop zu setzen und meine Geschichte zu schreiben. Einen kurzen Plot zu gestalten und ich merkte, was mir bis dato fehlte waren die anderen Personen.

Nehmen wir unser eigenes Leben. Im Grunde dreht sich alles nur um uns und doch werden unsere Erlebnisse und eigenen Geschichten erst zu dem was sie sind mit dem Zuwirken anderer Personen.

Eine Person kann sich verlieben, aber die Geschichte wird erst interessant, wenn wir den Gegenüber und seine Geschichte ebenso gut kennen oder kennen lernen. Wir können die Welt retten, aber alleine wird das schwer, wenn einem niemand im Weg steht oder andersrum niemand einem beisteht. Das heißt, dass wir nur funktionieren und nur so gut sind wie die Leute um uns herum. Und genauso ergeht es auch unseren fiktionalen Figuren. Lasst sie miteinander spielen und interagieren. Wie eine Komposition, in der die Töne wunderbar Harmonieren. In der unterschiedliche Instrumente mit lauten und leisen Tönen, ein interessantes und unvergleichliches Kunstwerk schaffen. Seitdem ich diesen Vergleich gelesen habe ist das Bild meines Buches viel klarer als vorher, denn mit Musik kenne ich mich aus. Mit dem Buch schreiben noch nicht ganz so, aber auch das fällt mir immer leichter. Übung macht eben doch den Meister. 🙂

Kategorien Hobbyist

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