Wir lernen aus unseren Fehlern

Ein Lächeln liegt auf meinem Gesicht als ich meine kleine Tochter ins Bett bringe. Ich höre wie ihr Atem immer ruhiger wird und das Schniefen immer leiser. Ich lächel, weil mich das was ich gerade erlebe vier Jahre zurückwirft. In eine Zeit in der ich gar nicht entspannt gewesen wäre, wenn mein Kind mit Schnupfen ins Bett gegangen ist.

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Keiner ist perfekt

Ich war gerade (naja, fast) frisch gebackene Mutter und mein Sohn hatte zum ersten Mal Schnupfen. Und dann stand ich da, mit der Frage im Kopf „Was machst du jetzt?“ Klar, man muss die Nase freibekommen. Aber wie? Ich nahm diese dicken Wattestäbchen und führte sie ganz langsam in das viel zu kleine Nasenloch. Ohne Erfolg. Und warum? Weil ich viel zu zaghaft war. Kleine Kinder sind allerdings viel robuster als man so als Neu-Mama wahr haben will. Das wusste ich zudem damaligen Zeitpunkt eben auch noch nicht… oder wollte es nicht wissen. Dann nahm ich den Nasensauger. Schon, wenn ich daran denke muss ich lachen. Sauger sagt es ja eigentlich schon. Man zieht (saugt) etwas aus der Nase raus. Aber nicht ich. Ich betrachtete das Teil, zuckte mit den Schultern, dann steckte ich den Sauger in das eine Nasenloch und hielt das andere zu. So weit, so gut. Dann unterlief mir der Fehler, denn ich drückte die Pumpe hinten zusammen und schoss ziemlich viel Luft in mein Kind. Oh man, da hätte ich mich vorher mal besser belesen sollen. Es tat mir so unendlich leid. Ich wusste auch gar nicht was ich falsch gemacht habe, bis ich es bei mir selber probierte. Nun ja, irgendwann habe ich den Dreh ja noch herausbekommen. Was für ein Glück, denn Schnupfnasen hat man mit Kindern ja immer im Haus.

Fehler passieren

Aber gut, es war bestimmt nicht das einzige was bei mir in den letzten 5 Jahren meines Mama-Daseins passiert ist. Mein Kind ist von der Couch gepurzelt. Beim Toben war ich manchmal etwas zu wild, weil ich seine Kräfte überschätzt habe. Und ich habe nicht in jeder Situation ruhig und besonnen gehandelt. (Damit ist keine Gewalt gemeint!)

Doch auch wir lernen aus unseren Fehlern und wachsen mit unseren Aufgaben. Mir war es wichtig, dass ich mich danach frage:

  • Warum habe ich gerade so reagiert?
  • Was ist gerade schief gelaufen?
  • Wie kann ich beim nächsten Mal besser reagieren?

UND! Ich habe mich entschuldigt. Das mache ich immer, auch bei noch so kleinen Sachen, denn gegenseitiger Respekt ist der Grundstein jeder guten Beziehung.

Ich bin in den letzten Jahren definitiv ruhiger geworden. Sei es, wenn meine Kinder krank werden. Sie etwas zum 100 Mal verschütten. Oder sie pausenlos diskutieren. Das liegt eventuell daran, das man vorausschauender denkt und plant.

Mutter sein ist der Job der uns am „unerwartesten“ trifft und am härtesten ist. Auch wenn man denkt, das man super vorbereitet ist und man sich viel angeeignet hat, gibt es doch immer wieder Situationen die uns an unsere eigenen Grenzen stoßen lassen. Was wir allerdings lernen sollten ist, das wir für unsere Kinder nicht perfekt sein müssen. So lange wir sie lieben und respektieren sind wir für sie die Größten. Und sie verzeihen uns unsere Fehler, genauso schnell wie sie manchmal passieren. Denn sie sind unvoreingenommen und ohne es zu wissen, wissen auch sie, dass sie nicht unfehlbar sind.

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