Warum unsere Kinder immer unsere Kinder bleiben

Hallo ihr Mamas und Papas da draußen đŸ€—

Endlich habe ich mal wieder ein Thema was mich beschĂ€ftigt. Es ist wirklich gar nicht so leicht, wöchentlich oder beinahe tĂ€glich, Sachen herauszufiltern, die allen gefallen könnten und die als lesenswert empfunden werden. Daher erstmal „Hut ab!“ an wirklich ALLE Mama- und Papa- Blogger da draußen. Die regelmĂ€ĂŸig bloggen und aus ihrem Leben berichten. Doch zurĂŒck zum Thema.

 

Warum bleiben meine Kinder ein lebenlang meine Kinder?

Klar, sie sind unser Fleisch und Blut. Unser Herzschlag, unser Schmerz. Unser Traum und unsere RealitĂ€t. Wir alle haben sie „geschaffen“, ihnen den Weg in die Welt geöffnet und begleiten sie auf diesem jeden Tag – StĂŒck fĂŒr StĂŒck. Doch könnt ihr euch an den Tag erinnern als ihr Teenies wart und dachtet „Boah, wenn ich 18 bin, dann bin ich endlich kein Kind mehr.“?

Man war das schön, endlich eigene Entscheidungen treffen zu können und niemanden Rechenschaft ablegen zu mĂŒssen. Die RealitĂ€t sah (wie sooft) ganz anders aus. Ich bin mit 18 ausgezogen. Ich fand es super toll, endlich fĂŒr mich verantwortlich zu sein und alleine fĂŒr mich Sorgen zu mĂŒssen. Das klappte auch ganz gut, anfĂ€nglich. Dann trennte ich mich von meinem damaligen Freund, zog einmal um, zweimal um, dreimal um und plötzlich war das Geld knapp.

Wer musste ran?

Mama und Papa, natĂŒrlich. Sie waren da haben geholfen. Denn so leicht wie man es sich vorstellt ist es nicht. Doch Mama und Papa sind da, immer – im besten Fall. Doch irgendwann will man auch das nicht mehr.

Wenn man jung ist hat man PlĂ€ne und TrĂ€ume, aber irgendwie fehlt das Geld. Kennt ihr das? Dann bekommt man Kinder und von jetzt auf gleich stellt man seine eigenen TrĂ€ume sowie PlĂ€ne zurĂŒck und möchte seinen Kindern das ermöglichen was sie sich wĂŒnschen. Egal ob groß oder klein.

Wir wissen, das auch sie, in nicht allzu ferner Zukunft, ihre eigenen Wege gehen werden. Sie werden rebellieren und uns beweisen wollen wie erwachsen und verantwortungsbewusst sie schon geworden sind. Hier wird unsere Erziehung vermutlich noch einmal auf eine harte Probe gestellt.

Aber was bedeutet das jetzt fĂŒr uns Eltern?

Habt ihr euch das auch schon einmal gefragt? Jetzt sehen wir jede noch so kleine VerÀnderung an unseren Kindern. Sind sie gewachsen? Reden sie besser? Haben sie neue Worte gelernt? Und so vieles mehr.

Vor kurzem bin ich 29 geworden und als ich heute so dastand und ĂŒberlegte was in dieser Zeit alles passiert ist, da ist mir fast schwindelig geworden.

Am Anfang war ich rebellisch. Ich hatte das GefĂŒhl – mir steht die ganze Welt offen. Ich bin mit 22 das erste Mal alleine nach London geflogen, ich habe Parties gefeiert. Habe hunderte Menschen kennen gelernt von denen nur eine handvoll geblieben ist. Ich habe so viel erlebt um endlich der Mensch zu sein, der ich heute bin. Positiv wie negativ.

Doch wie erlebt man das als Elternteil?

Meine Eltern haben zwar (fast) alles erfahren – es gibt einfach Sachen, die Eltern nicht wissen mĂŒssen – aber sie waren nicht mehr jederzeit dabei. Es war alles nicht mehr so greifbar fĂŒr sie. Und wie schwer muss es eigentlich sein, wenn man weiß, dass die Kinder einem nicht mehr alles erzĂ€hlen? Ich will es mir derzeit nicht vorstellen, obwohl ich weiß, dass es selbstverstĂ€ndlich dazugehört. Zur Selbstfindung und zur Selbstverwirklichung. Es gehört genauso dazu wie das Ausziehen und fortgehen, das heiraten und Kinder kriegen. Und in unserem Fall kam das alles ziemlich schnell hintereinander. Meine Zwanziger sind geprĂ€gt von den wundervollsten Momenten in meinem Leben und ich hoffe, dass es mit 30 nicht minder langweilig wird. Denn auch, wenn wir mittlerweile alle selber MĂŒtter und VĂ€ter sind, bleiben wir alle noch (so hoffe ich) ein StĂŒck weit Kind.

FĂŒr meine Eltern bin ich es definitv noch. Ich brauche ihre Hilfe, ihren Ratschlag und ihre Liebe. Ich wachse weiterhin Tag fĂŒr Tag ein kleines StĂŒck an ihrer Seite. Und auch sie merken wie wir, ihre Kinder, jeden Tag ein bisschen weiter wachsen. GefĂ€sstigt durch die Wurzeln, die sie uns einst gegeben haben. Und ich hoffe, dass es fĂŒr unsere Kinder einmal genauso wird. Auch wenn wir uns nicht mehr jeden Tag sehen. ❀

2 Kommentare zu „Warum unsere Kinder immer unsere Kinder bleiben

  1. Elisa Rappe 2018-05-14 — 16:25

    Wow, ich habe noch nie darüber nach gedacht dass es schwer für meine Mutter sein könnte, dass ich ihr nicht alles erzähle. Für mich war das immer schon ganz selbst verständlich – schließlich bin ich meine eigene Person und für das verantwortlich was ich tue… auch wenn ich erst 16 bin. Ich lebe seit fast einem Jahr in einer Gastfamilie in Amerika – und skype vielleicht ein Mal pro Monat mit meiner Mutter in Deutschland. Wir haben zwar die beste Mutter-Tochter Beziehung die man sich wünschen kann, aber ich lebe hier einfach mein eigenes Leben – und sie lebt ihres in Deutschland. Sie erzählt mir ja auch nicht alles, also warum sollte ich ihr alles erzählen? Ich habe mich dieses Jahr so sehr verändert, dass ich fast ein paar Zweifel habe zurück nach Deutschland zu gehen. Ich weiß nicht ob meine Mutter (und auch meine Freunde) verstehen können wie sehr ich mich verändert habe und dass ich viele Dinge jetzt anders sehe. Sie erwarten, dass die gleiche Person, die vor einem Jahr abgereist ist, wieder zurück kommt, aber ich bin nicht mehr die gleiche Person. Dieses Jahr hat mich so sehr geprägt und verändert … aber werden meine Familie und Freunde in Deutschland das auch akzeptieren?
    Vielen Dank für den interessanten Beitrag! – Elisa

    GefÀllt 1 Person

    1. Als Teenager nimmt das auch gar nicht so wahr, man will sich ja auch weiterentwickeln und abnabeln und man als Elternteil weiß das auch und man wĂ€chst ja gemeinsam mit seinem Kind und kennt es. Wie du dich verĂ€ndert hast wird deine Mutter bestimmt schon etwas beim skypen gemerkt haben, auch wenn du es vielleicht nicht glaubst. Ich finde es aber schön, dass ich dir eine andere Sichtweise vermitteln konnte. 😊

      GefÀllt 1 Person

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefÀllt das:
search previous next tag category expand menu location phone mail time cart zoom edit close