von Karen Swan

„Danke“, schmunzelte Isobel, schon besänftigt und steckte den Übeltäter [ein Smartphone] mit der einen Hand ein, während sie ihrer Schwester mit der anderen ein karamellbraunes Kastanienblatt überreichte, so groß wie ihre Handfläche. „Als Gegenleistung.“

„Nicht doch, das ist zu viel!“, antwortete Allegra ironisch, „Dein allerschönstes Blatt!“

„Das ist kein Blatt.“

„Ach nein?“, Allegra hob die Braue und ließ das Blatt am Stängel kreiseln.

„Es bringt Glück, wie du sehr wohl weißt! Ich hab’s extra für dich gefangen.“ Sie keuchte dramatisch, wie um zu beweisen, wie viel Mühe sie sich damit gegeben hatte.

Kurze Zusammenfassung

Allegra Fisher hat nur einen Wunsch: dass die Feiertage schnell vorübergehen. Die ehrgeizige Karrierefrau arbeitet an einem Riesendeal und hat keine Zeit für das „Fest der Liebe“. Mit Ehrgeiz und Geschick hat sie es in der Männer dominierten Finanzwelt bis ganz nach oben geschafft. Ansonsten lässt sie Männer nicht an sich ran, außer mal für eine Nacht.
Genau wie ihren Kollegen Sam Kemp, den sie hoffte danach nie wieder zu sehen. Irrtum.
Es beginnt eine Achterbahnfahrt der Gefühle für Allegra, die sich noch verhärtet als sie ihren Job quittieren muss. Gemeinsam mit ihrer Schwester Isobel macht sie sich relativ spontan auf den Weg in die Schweiz, nach Zermatt. Hier lüften die beiden Frauen, längst begrabene Familiengeheimnisse.
Auch ihr gutaussehender sowie undurchschaubarer Kollege und größter Konkurrent Sam Kemp ist in der Stadt und Allegras Leben bekommt plötzlich eine völlig neue Wendung als sie nach einem Unfall ungewollt näher mit ihm zusammenrücken muss als ihr lieb ist.

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Meine Meinung

Karen Swan hat mich auch mit dem zweiten Buch, was ich von ihr gelesen habe, sehr glücklich gemacht. Die Story ist gut durchdacht und voll überraschender Wendungen ohne zusammenhanglos oder übertrieben zu wirken.

Mit der karriereorientierten und äußerst kühlen Allegra Fisher hat man eine Protagonistin, die weiß was sie will. Jedenfalls vermittelt Allegra mit ihrer kompetenten Art diesen Eindruck.
Sie liebt ihren Job und gibt alles dafür. Sie opfert gerne ihre Freizeit um die Firma, in der sie arbeitet, weiter voranzubringen, das lässt sie fast unnahbar erscheinen, auch für den Leser. Dadurch fiel es mir am Anfang etwas schwer mich mit ihr zu identifizieren und wäre ihre Schwester Isobel nicht gewesen, mit ihrer verspielten und lockeren Art, dann hätte ich das Buch wohl schon früh wieder beiseite gepackt.

Gott sei Dank, nicht, denn das Buch hatte viel mehr zu bieten als anfänglich zu erwarten war.

Denn trotz ihres vollen Terminplans nimmt sie sich Allegra dennoch immer Zeit für ihre Schwester und ihre Mutter, was sie einem wieder sympathisch werden lässt. Auf der einen Seite kühle Geschäftsfrau, auf der anderen fürsorgliche Schwester und Tochter.

Isobel und Allegra sind für mich wahre Bilderbuch Schwestern. Sie necken einander, haben Eigenschaften auf die, die andere neidisch ist, stehen füreinander ein, wenn es darauf ankommt und bestärken sich gegenseitig. Die Sorge um die Mutter schweißt beide zusammen und mit Wortwitz meistern die beiden ihren Alltag. Es hilft ihnen auch dabei die immer neuen Informationen zu verarbeiten, die sie in Zermatt über ihre Familie berichtet bekommen.

Die Beziehung zwischen Allegra und Sam ist demnach eher nebensächlich. Wer auf eine süße Liebesgeschichte hofft, wird trotzdem nicht enttäuscht. Denn die Szenen in denen sie aufeinander treffen sind immer sehr explosiv und fesselnd.

Insgesamt war das Buch interessant geschrieben und vor allem, die immer neuen Wendungen auf den 500 Seiten haben dafür gesorgt, dass der Lesespaß nicht zu kurz kam. „Winterküsse im Schnee“ war durch die Familiengeschichte der Fishers nicht nur ein einfacher Liebesroman und damit einmalig zu lesen.

Fazit

Etwas für alle Romanliebhaber, die auch gerne mal abtauchen und sich von fernen Kulissen verzaubern lassen wollen.

 

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