von Caroline Kepnes

„Das Problem mit unserer Gesellschaft ist, dass jeder Normalmensch, der von uns erführe – […] -, höchstwahrscheinlich behaupten würde, ich sei irre. Na, aber es ist kein Geheimnis, dass die meisten Menschen verdammte Idioten sind. […]
Also mal ehrlich, Beck, die meisten Menschen können uns doch gestohlen bleiben, oder?“ 

Kurze Zusammenfassung

Als der Buchhändler Joe Goldberg in seinem Laden das erste Mal auf Guinevere Beck trifft ist er sofort hin und weg von ihr. Und er ist sich sicher: Sie ist seine Traumfrau. Um mehr über Beck zu erfahren googelt er ihren Namen und hat nach kurzer Zeit schon sämtliche Informationen über sie herausgefunden. Systematisch schleicht er sich in ihr Leben und beseitigt nach und nach alle Hindernisse, die ihm zu seinem Glück mit Beck im Weg stehen könnten, denn er ist sich sicher: Sie will es auch.

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Meine Meinung

Ich habe das Buch regelrecht verschlungen. Anfänglich habe ich mich noch gefragt ob der Typ einfach nur wahnsinnig krank oder wahnsinnig intelligent ist. Mit Scharfsinn und Scharfsinnigkeit und ihrem unvergleichlichem Schreibstil schafft es Caroline Kepnes auf diesen knapp 500 Seiten die Fehler der Menschen aufzuzeigen.

Mit Joe Goldberg ist ein ungewöhnlicher Protagonist geboren worden. Er ist intelligent, krank und berechnend. Er urteilt zu schnell über andere ohne zu merken, dass er oftmals selbst sehr fragwürdige Dinge anstellt. Die Doppelmoral mit der er lebt, hat mich oft schwer schlucken lassen. Die Tatsache, dass er sich und seine „kühnen“ Taten wie ein Held feiert, spricht Bände
Joe gehört zu den Leuten, die man nicht zu nah an sich ranlassen möchte, doch irgendwie kann man es auch nicht verhindern, dass er einem sympathisch wird. Seine Moralvorstellungen und seine Maßnahmen sind verwerflich und trotzdem hatte ich manchmal sogar Mitleid mit ihm. Vermutlich so ein Helfersyndrom-Ding.

In anderen Rezensionen habe ich gelesen, dass die Charaktere zu flach sind, zu stupide und nichtssagend. Peach ist zu arrogant, Lynn ist zu ängstlich und Beck hat trotz kleiner Überraschungen keine Besonderheiten aufzuweisen. Obwohl die anderen nicht unrecht haben, was die Einschätzungen angeht, finde ich kann man das nicht so pauschal verurteilen. Denn es ist schwer Nebencharaktere zu schaffen, die mit einem so starken Protagonisten mithalten können. Zudem, würden wir uns vielleicht nicht darüber beklagen, dass Leute wie Peach, Lynn und Beck so normal sind oder so extrem von allem, wenn wir uns nicht doch ein wenig mit ihnen identifizieren können.
Manche haben sich beschwert, dass Joe keine Entwicklung mehr durchmacht, aber ein Mensch, der so krank ist, inwieweit soll er sich denn bitte noch steigern? Wir Menschen hoffen zu viel und hoffen auch, dass sich in Bücher der Teufel in einen Engel verwandelt. Gerade, dass es nicht so gekommen ist, sondern die Autorin zum Schluss noch einmal eine Schippe rauf gesetzt hat, hat das Buch in meinen Augen authentisch gemacht.

Leider gab es zum Schluss hin ein paar Kapitel, die für mich überflüssig waren und das Buch unnötig in die Länge zogen. Doch alles in allem war es sehr gelungen und ich freue mich darauf, mir endlich die Serie auf Netflix anzusehen.

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Fazit

Ein rundherum fesselndes Buch vom Anfang bis zum Ende.

Die Autorin schafft es uns vor Augen zu halten wie verwerflich unser Handeln oftmals ist. Wir alle belügen und betrügen – uns selbst, Freunde, Familie, Fremde – das macht dabei keinen Unterschied. Das Lügen ist eine menschliche Schwäche und das wird in diesem Buch immer wieder deutlich.
Genauso legt sie ein Augenmerk darauf etwas vorsichtiger mit unseren privaten Daten umzugehen, denn im Netz ist nichts mehr sicher.

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