Neid.
Es macht uns schwach. Es macht uns blind und es macht uns krank. Wie die Pest nistet es sich in unsere Herzen ein und gaukelt uns vor, dass es anderen besser geht. Wir versuchen Barrikaden zu errichten. Es einzudämmen. Manchmal funktioniert es für eine Weile, doch dann kommt der Tag an dem es sich mühelos dadurch frisst und unser Herz wieder ein kleines bisschen dunkler macht.
Das kann ein Bild sein, ein einziger Satz oder ein einziger Augenblick. Und plötzlich sind da diese Gedanken:

„Machen es die anderen besser als ich?“ „Haben die anderen mehr Glück im Leben? Mehr Geduld? Sind sie intelligenter?

Neid kann sich auf so vielfältige Weise einen Weg in unser Leben bahnen, dass wir es manchmal erst bemerken, wenn es schon fast zu spät ist.
Social Media trägt bestimmt auch seinen Teil dazu bei. Doch ist es nicht auch menschlich? Fördert nicht Neid sogar unseren Ehrgeiz etwas besser zu machen und an uns zu arbeiten?
Schließlich gab es Neid auch schon vor Facebook, Instagram und YouTube.

Doch ist es das auch wert?
Ich gehöre zu den Menschen die neidisch sind und hier im Internet, mehr oder weniger anonym, gebe ich das auch offen zu. Aber auf der Straße, bei Menschen die ich kenne und die mir wichtig sind, da versuche ich das zu verstecken und beneide sie (mal wieder) darum, dass sie eben nicht neidisch sind. Obwohl ich dass doch gar nicht wissen kann. Denn obwohl Neid eine, in meinen Augen, typisch menschliche Eigenschaft ist, ist es verpönt.

Zu recht?

Das ist eine Frage , die ich nicht beantworten kann. Ich denke, wenn man offener damit umgehen würde, dann wäre es vielleicht nicht so schlimm neidisch zu sein. Denn Neid bedeutet ja nicht immer, anderen Menschen etwas nicht zu gönnen, sondern oftmals einfach, dass man es selber gerne besser machen würde.

Doch muss man deswegen gleich neidisch sein? Oder hilft es nicht einfach durchzuatmen und all das anzupacken, was in den eigenen Augen schief läuft?

Ich bin zur Zeit wieder in einer Phase meines Lebens, indem es mir schwer fällt zu akzeptieren wie mein Leben läuft, obwohl ich weiß, dass ich mich glücklich schätzen kann. Es läuft sogar besser denn je.

Ich habe eine Familie die mich liebt. Ich habe eine neue Ausbildung begonnen, die mich wirklich glücklich macht und bei der ich gute Noten haben. Und finanziell geht es uns zur Zeit auch echt gut.

Warum also rattert es in meinem Kopf?

Ich weiß es nicht, aber ich arbeite daran, ich übe und ich lerne. Ich lerne mit meinem eigenen Makel umzugehen, ihn besser zu verstehen und mich von ihm nicht unterkriegen zu lassen.
Ich weiß, dass es anderen ähnlich geht und das Menschen uns immer nur einen Teil von dem zeigen, wer sie sind. Nur eine handvoll Leute wird so ehrlich sein, dass wir uns ein genaues Bild machen können.

Also packe ich es an. Ich will etwas ändern, denn in meinen Augen zeigt mir mein Neid, dass es in meinem Leben etwas gibt, was ich ändern muss um glücklich zu sein. Das ist so leicht geschrieben, aber es ist ein hartes Stück Arbeit. Meine schulischen Leistungen, an denen kann ich arbeiten. Da hat meine Aufgabe, eine Ziel und eine ungefähre Ahnung wie man dieses Erreichen kann. Doch vor allem in Sachen Erziehung gibt es einige Stolpersteine, zumal hier nun auch vier verschiedene Perspektiven aufeinander treffen, die alle irgendwie miteinander in Einklang gebracht werden müssen.
Die der Kinder.
Die meines Mannes.
Und meine eigene.

Ich nenne euch ein Beispiel: Bei einer Freundin dürfen die Kinder nur am Wochenende für eineinhalb Stunden fernsehen.
Ich finde das super, dass würde ich auch gerne machen.
Mein Mann sagt, es okay ist, wenn sie täglich gucken.
Und Kinder, die lieben das fernsehen eh – je mehr, desto besser.
Da einen Nenner zu finden, ist wirklich schwer. Vor allem, wenn die Meinungen so weit voneinander abtriften und uns unsere Dienste im Weg stehen und es jeder anders macht.

Aber auch daran kann man arbeiten, indem man einfach mal miteinander spricht und sich nicht ewig auf die Zunge beißt, weil es einem im Endeffekt nervt.
Es gibt für alles einen Weg und eine Lösung und wir sind auf dem richtigen Weg unsere zu finden. Auch, wenn das Diskussionen zur Folge hat. 😉

Doch eines ist ganz sicher, solange es den Kindern gut geht und sie sich wohl fühlen, man auf ihre Bedürfnisse und ihre Wünsche Rücksicht nimmt, kann das Gras bei anderen nicht so viel grüner sein wie unser eigenes.

Meine Mama sagte dazu mal:

„Frag deine Kinder, was sie sich wünschen und wenn sie zufrieden sind, dann musst du nichts ändern.“

Das tat ich und herauskam… mehr Geschenke. Haha, es war kurz vor Weihnachten, also läuft doch eigentlich alles gut. Eigentlich, wenn da nicht der eigene Ehrgeiz wäre.

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